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Gemeinsame Zukunft in einer großartigen Stadt - Gemeinsame Zukunft mit Erfahrung

Einleitung

Kein Wahlkampf ohne Wahlprogramm, denn man muss wissen, wer für was kämpft. All zu genau sind die Programme nie, denn man könnte jemanden auf die Füße treten oder zu viel versprechen.

Als Verwaltungschef mit Jahrzehnte langen Erfahrungen möchte man aber doch etwas konkreter werden. Insoweit bitte ich um Verständnis, dass manches in dieser Langversion breiter dargestellt wird.

Verfolgt man mit einem sog. Masterplan Ziele, so muss man häufig Umweg gehen, Volten schlagen, Wenden oder Halsen ausführen, ja sogar 360 Grad Drehungen vollführen. Einzige Landmarken sind dabei zwei Grundsätze: 1. Die Bürgerinnen und Bürger stehen im Mittpunkt und 2. Es gilt der alttestamentarische Spruch:“Suchet der Stadt Bestes!“.

Gelegentlich wird man zu Visionen befragt. Altkanzler Helmut Schmidt meinte dazu, dass derjenige, der Visionen hätte, zum Arzt gehen sollte. Zwischenzeitlich wird das Wort „Vision“ tatsächlich von politischen Heilsbringern jeder Couleur wie eine Monstranz herumgetragen.

Die Neugründung einer Stadt verführt natürlich auch den langjährigen Wahlbeamten dazu, etwas Bedeutsames sagen zu wollen.

Die nachfolgenden Ausführungen lesen sich etwas verwaltungslastig, allerdings möchte ich mich an den Grundsatz halten, frei nach Marx, dass der Oberbürgermeister nicht Schönes, Märchen oder Visionen predigen soll, sondern gemäß der 11. Feuerbachschen These diese Utopien realisieren sollte. Dazu bedarf es aber drei wichtiger Elemente:

1. Gutes, motiviertes und geschultes Personal

2. Gute Organisation, heute mit Kommunikation und digitalisiert

3. Finanzieller Ressourcen, wobei Fremdmittel oft am Wegesrand liegen, nur mit den Eigenmittel klappt es nicht immer, hier muss der Stadtrat tatsächlich Prioritäten setzen.


Wer eine erste Übersicht zur Programmatik haben will, kann sich an Hand der Überschriften orientieren und für detaillierte Informationen diese aufklappen.

1.Allgemeines zu Stadt, Gremien, Verwaltung und Ehrenamt
1.1. Ziel und Auftrag - Der dritte Punkt eines magischen Dreiecks

Die Schaffung einer leistungsfähigen, für die Ansiedlung und Erhalt von Gewerbe attraktiven kommunalen Gemeinschaft, die auch neue Bürger mit Infrastruktur , Wohnmöglichkeiten jeder Art und Kultur zur Ansiedlung anspricht, als dritter Punkt eines starken Wirtschafts- und Kulturdreieckes mit Chemnitz und Zwickau im Westerzgebirge, ist bereits seit langem erklärtes Ziel, also Vision in unserer Region, speziell im Bereich des Städtebundes Silberberg.

Um dies zu erreichen, ist die Gründung der neuen Stadt Aue – Bad Schlema ein kleiner, aber wichtiger und zukunftsweisender Schritt in die richtige Richtung. Das ist die Mission. Auch die notwendige Zusammenarbeit in anderer Form als ein Zusammenschluss wird schon lange praktiziert und ist noch ausbaufähig.

Im Freistaat selbst und der sogenannten Kommunalen Familie werden neue Modelle mit der Programmstellung 2030 bereits lebhaft diskutiert. Eine nachhaltige finanzielle Besserstellung ist zur Zeit aber nur bei Zusammenlegungen im engeren Sinne möglich. Deshalb ist in Richtung Landespolitik die Forderung aufzumachen, auch andere zwischengemeindliche Kooperationen im Rahmen der kommunalen Finanzpolitik zu fördern(kommunale Finanzausstattung und Finanzausgleich). Ob man Silberberg liebt oder nicht liebt, die Ansprüche von Bürgern, Wirtschaft, Gesellschaft und Staat werden in der Zukunft weiter steigen und nur durch stärkere Zusammenarbeit überhaupt von der untersten Ebene(Subsidiaritätsprinzip), also den Städten und Gemeinden, auf Dauer mit vertretbaren Kosten und Aufwand erfüllt werden können.

Nur der Vollständigkeit halber: Anfang der 2000er Jahre hatte Silberberg- Visionär Konrad Barth, er hat das Prinzip Silberbergstadt bis zuletzt mitgetragen, eine spontane Vorwegfusion von Bad Schlema und Aue propagiert, es gab sehr konkrete Schritte. Dass es nicht dazu kam, lag daran, dass damals der Schwanz mit dem Hund wackeln wollte, diesmal standen beide auf Augenhöhe vis-a-vis. Aber was damals auch für Konrad Barth richtig war, kann jetzt nicht falsch sein.

1.2. Herausforderungen der nächsten Jahre - die 60-20-20 Regel – ohne Team nix los

Personal, Organisation und Finanzen

Kommunale Selbstverwaltung als Garant sehr unmittelbarer Bürgereigenregierung, als dauerhafte und jahrhundertealte Form intensiver Bürgerbeteiligung ist nur gut und nachhaltig, wenn die vielfältigen Aufgaben, also die Leistungen, die die Bürger erwarten oder erwarten dürfen, auch von den örtlichen Verwaltungen, nennen wir sie auch einfach Bürgerdienste, mit den verfügbaren Mitteln(Ressourcen) erfüllt werden können. Da Steuergelder und staatliche Finanzzuweisungen naturgegeben knapp sind, aber immer neue Aufgaben auf die Gemeinde und Städte zukommen, muss ständig der Focus auf Organisation und Personal gerichtet werden.

Wie im wahren Leben sind gutes und ausreichendes Personal (60%)gepaart mit moderner Organisation(20%), insbesondere digitaler Technik und leistungsstarken Programmen, die beiden wichtigsten Faktoren für Erfolg, denn wer gut organisiert und gute motivierte Mitarbeiter im Team hat, kann auch oft neue Finanzquellen aufschließen.

1.3. Verwaltung 4.0 und smart city - also doch Schlauberg

Das Stichwort heißt: Verwaltung 4.0. Abgesehen davon, dass die kommunalen Körperschaften bei der Digitalisierung eigentlich erst am Anfang stehen, sind noch nicht alle Möglichkeiten in diesem Feld bekannt.

Ein positiver Gesichtspunkt ist dabei: Das Rathaus kommt online in das Wohnzimmer seiner Bürger, Dienste stehen zukünftig zum Teil die ganze Zeit zur Verfügung und voll umfänglich(nicht nur Hundesteueranmeldung) oder nach elektronischer Vereinbarung, ggf. auch spontan per Bildschirmtelefon mit einer echten Person, eine(m)/(r )Mitarbeiter/(in) der Stadt. Das sog. Online – Zugangs - Gesetz(OZG) ist hier bei Schrittmacher.

Der reale Service(persönlicher Besuch im Rathaus) bleibt dazu für sehr lange Zeit bestehen, denn noch nicht sind alle Bürger mit der digitalen Welt seit Kindheit vertraut(digital natives).

Bei der Digitalisierungsoffensive in der öffentlichen Verwaltung geht es nicht darum, vordergründig Personal einzusparen, sondern darum, dass sich das Personal in der wertvollen Zeit um den Bürger persönlich im tatsächlichen Gespräch kümmern kann ( zuwendungsorientierte Verwaltung).

Noch reine Zukunft ist bei uns das Gesamtstädtische Energie- und Verkehrsmanagement. Mit den Daten des aktuellen Energiebedarfs von Haushalten und Gewerbe lassen sich zentrale und dezentrale Energiequellen sowie Speicher umweltbewusst und auch kostenbewusst steuern(Waschmaschine läuft, wenn sich die Windräder im Norden drehen), gleiches gilt für Daten über Fahrzeugbewegungen auf den Straßen einer Kommune. Es entsteht erst eine umfassende Vernetzung. Die Daten zum Energieverbrauch sowie die Daten des Bewegungsprofils gehören dem Bürger, ggf. auch seiner Stadt. Damit wird Big Data auch ein Thema in unserer örtlichen Gemeinschaft, wobei Bürgerrechte im Sinne eines sinnvollen Datenschutzes Vorrang haben. Das allgemeine Stichwort heißt smart city, so viel wie schlaue Stadt.

1.4. Ortsnahe Bürgerbüros

In Aue und Bad Schlema werden in den Rathäusern für die Bürger alle wichtigen publikumsrelevanten Dienstleistungen vorgehalten, wobei beide eine Allzuständigkeit für das gesamte Stadtgebiet haben. Es kann also jeder Bürger der gemeinsamen Stadt in jedem der beiden Rathäuser wichtige Geschäfte mit der Verwaltung erledigen. Wer nicht ins Rathaus kann und auch nicht elektronisch tätig werden kann oder will, den kann ein Rathausmitarbeiter mit dem elektronischen Bürgerkoffer besuchen. Hier muss der Bedarf noch ermittelt werden.

1.5. Modernes Personalmanagement - Bildung – Ausbildung- Fortbildung

Auch der öffentliche Dienst unserer Stadt ist vom Fachkräftemangel betroffen. Da sich die Bedürfnisse der Bürger ständig erweitern, kaum Aufgaben wegfallen, ständig neue Aufgaben von oben auferlegt werden, oftmals neue, schärfere Vorschriften das Ganze noch verschlimmern, wird immer besser ausgebildetes Personal gesucht, eigenes Personal muss qualifiziert werden, Mitarbeiter werden gebeten, doch länger zu arbeiten(Lebensarbeitszeit). Dabei stehen wir in Konkurrenz zu Bundes- und Landesbehörden, auch die größeren Städte betreiben Kannibalismus bei der Personalbeschaffung. Eine größere Einheit oder aber die Zusammenarbeit zwischen uns Kommunen im Westerzgebirge ermöglicht, gute Leute zu halten oder erst zu gewinnen. Im Bereich der Datenverarbeitung, der Pflege und im Ingenieurwesen besteht bereits jetzt eine Mangelsituation, zum Teil sind hier zwischengemeindliche Kooperation schon realisiert(Standesamtswesen, Straßenverkehrsbehörde, vorbeugender Brandschutz, Kommunale Kriminalprävention, Fördermittelmanagement im Bereich Tourismus, gemeinsamer Datenschutzbeauftragter) oder stehen unvermeidlich an.

Frühzeitig hat die bisherige Stadt Aue den Schwerpunkt auf Weiterbildung der Mitarbeiter und der Ausbildung in vielen Bereichen der Stadtverwaltung gesetzt. Bei der Ausbildung für den ehemaligen gehobenen Dienst(das Rückgrat der Verwaltung) sind wir eine der wenigen kreisangehörigen Kommunen, die konsequent an der Hochschule für Verwaltung in Meißen ausbilden lassen und dann eingestellt haben. Auch die bisherige Qualifizierung der bestehenden „Mannschaft“(überwiegend zielstrebige Frauen) gilt in Fachkreisen als lobenswert.

1.6. Mittelzentrum (mit Teilfunktionen eines Oberzentrums) - ein Gut, das man hüten muss

Nur der Zusammenschluss zum Städtebund Silberberg ermöglicht die Ausweisung als sog. Mittelzentrum im den Bereichen Landesplanung und Regionalplanung. Von Laien unterschätzt, von Profis überschätzt, ist diese Ausweisung für die wirtschaftliche (Gewerbegebietsausweisung)und kulturelle Entwicklung (Schul- und Hochschulstandorte, Theater- und Orchester, Sportanlagen)eine entscheidende Größe. Ursprünglich wurde unserer Unterregion sogar amtlich bescheinigt, dass wir zum Teil Aufgaben eines sog. Oberzentrums, also einer Stadt wie Zwickau oder Chemnitz, wahrnehmen. Das geschieht auch heute noch, denken wir nur an das Erzgebirgsstadion, den Golfplatz, die Auer Philharmonie oder an Schneeberg mit dem Standort der Hochschule für Gestaltung. Dass man um die Position immer wieder kämpfen muss, zeigt ein Vorkommnis aus der Regionalen Planungsversammlung. Beinahe wäre auf Grund einer Handstreichaktion eines gebietsfremden Landrates, sekundiert von den Vertretern der Großstädte, der regionale Vorsorgestandort für ein Gewerbegebiet an der BAB Hartenstein gestrichen worden. Dies hätte gravierende Folgen für den Wirtschaftsstandort Aue – Bad Schlema und Silberberg gehabt. Nur mit viel Aufwand ist es den Vertretern unserer Region und des Landkreises gelungen, den Übergriff abzuwehren. Wachsamkeit bleibt aber weiterhin das Gebot.

1.7. Dualität

Aue und Bad Schlema ergänzen sich, sie sind zwar ungleich, aber jeder hat etwas, das der andere gut gebrauchen kann. Aue geprägt durch Gewerbe, Industrie und Sport auf hohem Niveau erhält sein Komplement in Bad Schlema, einem Kurort, der sich besonders zum Wohnen eignet. Es bedarf keiner Eifersüchteleien, denn was der eine hat, braucht der andere jetzt nicht mehr, um hervorzustechen. Das Kulturhaus in Aue ist kein Gegensatz zum Aktivist, sondern dessen räumliche Ergänzung und umgekehrt. Philharmonie und BBO bieten ein breites Spektrum, von Hochkultur bis Volksmusik. Arbeit spiegelt sich in Gesundheit, Betriebsamkeit steht Erholungsräumen gegenüber. Verbunden sind die Stadtteile durch die Tradition des historischen und neueren Bergbaus und den Folgeindustrien, wobei zum Thema Wismut die unterschiedlichsten Auffassungen vertreten werden. Festzuhalten ist, dass Aue historisch durch die Wismut Vorteile hatte, Bad Schlema, damals nur Schlema genannt, vielfältigste Nachteile. Beide zusammen sind auf dem besten Wege zu erneuter wirtschaftlicher und kultureller Blüte.

Aufgabe der Kommunalpolitik ist es dabei die Vielfalt zu erhalten, anderseits diese Vielfalt zu einer gemeinsamen und einheitlichen politischen Formation zu entwickeln, um im Wettbewerb mit anderen die Nase vorne zu haben.

1.8. Innergemeindliche Demokratie wird belebt - Die Gemeinde in der Stadtgemeinde

Wildbach behält seinen Ortschaftsrat selbstredend, der seit 25 Jahre hervorragende politische Arbeit leistet.

Alberoda erhält erstmals seit 90 Jahre eine eigene Vertretung.

Für die Stadtteile Aue und Bad Schlema kann das System des Ortschaftsrates neue, vertiefte Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung im Alltag hervorbringen.

Alle Ortschaftsräte erhalten ein Budgetrecht für Dinge im örtlichen Wirkungskreis, so namentlich für Stadt- und Dorffeste, Städtepartnerschaften und die Heimatpflege.

Eine von manchen gefühlte Einschränkung der bürgerschaftlichen Mitwirkung durch die Fusion wird ersetzt durch einen Neuanfang mit sehr basisdemokratischen Elementen. Der Ortschaftsrat als permanente, allzuständige „Bürgerinitiative“ mit verfassten Beteiligungsrechten kann dem kommunalpolitischen Leben neue Impulse geben. Ein Beitrag gegen die sog. Demokratiemüdigkeit. Durch die Dauerhaftigkeit hängt diese Art von örtlicher Bürgerbeteiligung auch nicht von tagesaktueller Betroffenheit ab.

1.9.Überörtliche Gremienarbeit und Netzwerk

Zu den weniger bekannten, aber wichtigen Aufgaben gehört die Vertretung der Stadt in überörtlichen Organisationen der Kommunen. Eine angemessene Vertretung im Kreistag gehört als Basisausstattung dazu, um von dort aus die weiteren Gremien beeinflussen zu können, man denke nur an die Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH, den Abfallwirtschaftsverband ZAS, den Rettungszweckverband, den Zweckverband für den Nahverkehr und den Regional Planungsverband sowie den Kulturraum.

Durch die Mitwirkung am Regionalmanagement Erzgebirge konnten in der Vergangenheit Mittel eines Regionsfonds auch für uns gewonnen werden, die Auer haben ihren Anteil damals bereits dem Europäischen Blasmusikfestival in Bad Schlema zugewendet.

Nicht vergessen sollte man die ortskommunalen Vereinigungen wie die Zweckverbände für Trinkwasser, Abwasser, Muldetalradweg und Kommunale Informationsverarbeitung in Sachsen, den Städtebund Silberberg oder den LEADER- Verein Zukunft Westerzgebirge e.V.

Endlich sind auch die Gremien, die sich für die kommunale Selbstverwaltung stark machen, zu bedenken, so der Sächsische Städte- und Gemeindetag mit seinem Vorstand auf Kreis- und Landesebene, den Ausschüssen und Arbeitskreisen bis hin zur Bundesebene.

Oberbürgermeister, Bürgermeister und Stadträte/Kreisräte müssen hier belastbar sein.

1.10.Ehrenamt und Bürgerschaftliches Engagement

Das Ehrenamt ist das Rückgrat des bürgerschaftlichen Engagements in Kommunen unserer Größenordnung. Es ist auch außerhalb der berühmten Sonntagsreden zu fördern. Schön wäre es, wenn das Finanzamt das auch so sehen würde. Hier muss die Kommunalpolitik Anwalt der ehrenamtlich Tätigen sein. Für das bürgerschaftliche Engagement gibt es auf gemeindlicher Ebene zahllose Möglichkeiten, beginnend beim Heimatverein, beim Sport, im sozialen Sektor, bei Elternvertretungen an Kitas und Schulen oder zum Beispiel im neuen Ortschaftsrat. Besonders hervorzuhebend ist das Ehrenamt im Bereich der freiwilligen Feuerwehren und den anderen Helferorganisationen. Hier kann nicht genug Dank ausgesprochen werden.

Die bisherigen Gelegenheiten der örtlichen Freiwilligenagentur sind zu erweitern.


2. Wirtschaft, Arbeiten, Wirtschaftförderung sowie Digitale Infrastruktur
2.1. Unsere Wirtschaft

Eine florierende regionale und lokale Wirtschaft ist Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung unseres Gemeinwesens. Sie schafft die notwendigen Arbeitsplätze, damit Menschen hier bleiben oder von außen zu uns kommen. Nur wer Arbeit hat, kann sich hier dauerhaft ansiedeln, niederlassen, Wurzel schlagen und sich gesellschaftlich oder kulturell einbringen. Nur wer ein Auskommen hat, schätzt die Heimat dauerhaft. Wir können sehr dankbar sein, dass Unternehmer aus Aue – Bad Schlema erfolgreich am Weltmarkt agieren und damit Wohlstand zu uns ins Erzgebirge bringen. Wir können weiter dankbar sein, dass wir hier bei m Thema Arbeitslosigkeit nahezu von Vollbeschäftigung sprechen können. Wir allen wissen vorher wir kommen.

Es ist gut zu hören, dass sich die sächsische Wirtschaft gegen einen evtl. Abschwung stemmt.

2.2. Wirtschaftförderung

Bei den oben genannten Rahmenumständen kann sich die kommunale Wirtschaftsförderung um die sog. Bestandspflege intensiver kümmern, d.h. einheimische Unternehmen werden unterstützt bei der Suche von Grundstücken für Erweiterungen oder Ersatzneubauten. Daneben bleibt jetzt mehr Zeit für die Betreuung unserer kleineren Handelsbetrieben, der Vorbereitung von Shopping- Nächten oder Sonderaktionen. Die örtliche Wirtschaftsförderung ist unbeschadet anderer Institutionen erster Ansprechpartner für Neugründer und leitet diese mit Kompetenz an die Spezialisten weiter. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Gewerbe- und Unternehmsvereinigungen, der IGA e.V., der Handwerkerschaft oder der IHK, sind dabei wichtig

2.3. Außenmarketing, Selbstwertgefühl und Auftritt

Gelegentlich ist zu hören, dass zwar Aue – Bad Schlema sehr viel zu bieten habe, man vermarkte dies aber nicht ausreichend. In einer Welt, in der Schein mehr gilt als Sein, ist das sicherlich richtig. Deshalb gehört es zu den Aufgaben der Wirtschaftsförderung sowohl den Außenaufritt, z.B. im Internet, als auch den Innenauftritt als Innenmarketing voran zu bringen. Hierbei kann auf die Vorarbeiten des Regionalmanagements zurückgegriffen werden. Durch das Hinzukommen des Kurbades Bad Schlema stellen sich aber ganz neue Ansprüche an einen städtischen Gesamtauftritt.

2.4. Stadtleitbild 2030, aber bitte mit Bad Schlema

Das Stadtbild 2020 unterlag vor Jahren bereits der Notwendigkeit einer Aktualisierung. Hierzu konnten wieder wie bei der Ersterstellung zahlreiche Bürger, Gewerbetreibenden und ehrenamtlich Tätige gefunden werden, die ihre Vorstellung einbrachten, auch von Bad Schlema konnten erste Repräsentanten bereits vor der Fusion mitwirken. Jetzt muss aber das Gesamtleitbild nochmals genauer auf Einheitlichkeit untersucht werden. Beide Seiten des Dualismus sind hinreichend zur Geltung zu bringen. Ein in sich stimmiges Stadtleitbild ist sicherlich auch Garant für ein gedeihliches Zusammenkommen und erfolgreiches Stadtmarketing.

2.5. Breitbandinfrastruktur – Mobiltelefon – 5G bis zur letzten Milchkanne

Aue und Bad Schlema liegen im Verdichtungsbereich und haben damit den Vorteil, dass der Breitbandausbau zum Teil eigenwirtschaftlich durch Telekommunikationsunternehmen erfolgt. Auch die Telekom weiß, dass am Ende der Glasfaseranschluss bis zur Wohnung/Haus (ftth) erfolgen wird(größer 1 Gbit/sec).

Weiter besteht sogar eine lebendige Konkurrenzsituation zwischen Telekom, Energieversorgern und unseren Kabelvereinen als besondere örtliche Variante.

Von Seiten der Stadt wurde bereits vor der Fusion ein entsprechender Förderantrag zur Beseitigung weißer Flecken(kleiner 30 Mbit/sec) gestellt, er befindet sich in Bearbeitung und damit im Vollzug.

Beim Mobiltelefon gibt es noch weiße Flecken nicht nur in Wildbach, sondern auch entlang des Autobahnzubringers (Alberoda nördlich), hier gilt es in der Tat auf den unverzüglichen Ausbau zu drängen.

5G wäre schön, setzt aber für die zahlreicheren Basisstadtionen eine leistungsfähige Breitbandversorgung als deren Infrastruktur voraus. Hier heißt es in der Sprache unser Veilchen: Am Ball bleiben.

2.6. Gewerbegebietsentwicklung - unmittelbar am Autobahnzubringer

Natürlich müssen wir weiter Gewerbegebiete ausweisen und dann auch erschließen. Der Focus liegt aber auf der Bestandspflege, d.h. einheimische Gewerbe- und Industrieunternehmen haben Vorrang. Deren Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen garantieren den guten Ruf von Aue – Bad Schlema als Wirtschaftsstandort und als dessen Zentrum im westlichen Erzgebirge. Alle Konversionsflächen sind zu nutzen. Dies gilt in Bad Schlema weiterhin für die WISMUT- Flächen. Das Gewerbegebiet am Auer Bahnhof erfreut sich starker Nachfrage und sollte sorgfältig vergeben werden.

In unserer Tallage einerseits und der Ausrichtung auf das Kurbad andrerseits sind uns natürliche und aus dem Bäderbetrieb resultierende rechtliche Grenzen gesetzt. Die tiefbautechnische Erschließung von Alberoda 2 ist anspruchsvoll und kostspielig, es gilt also geeignete, konkrete Ansiedlungswillige zu finden, damit ein Paket geschnürt werden kann.

Überregionale Ansiedlungen sind aus Auer – Bad Schlemaer Sicht unmittelbar an der BAB Anschlussstelle Hartenstein der A 72 möglich. Das geplante gemeinsame Gewerbegebiet mit Hartenstein und Oelsnitz/E. auf ca. 90 Hektar (regionaler Vorsorgestandort)muss Wirklichkeit werden, trotz Widerständen von Mitbewerbern(siehe auch Neue Mobilität, Mittelzentrum).

Das Thema steht Mitte April 2019 wieder auf der Tagesordnung der Regionalen Planungsversammlung.

2.7. Kurbadentwicklung - Tagungstourismus ausbaubar

Das Kurbad ist für die ganze Stadt ein wahres Juwel. Der 20jährige erfolgreiche Dauerbetrieb des Actinons ist Beweis für Stärke der Bad Schlemaer. Dank ihres ehemaligen visionären Bürgermeisters, der auch die Fusion von Aue und Bad Schlema gedanklich antezipierte und ein Kämpfer für die Einheitsstadt Silberberg war, bei tätiger Mithilfe eines Ministerpräsidenten und dessen Gattin konnte ein neuen Radonheilbad quasi aus dem nichts entstehen. Dass die Wiederanknüpfung an 1918 gelingen würde, war nicht von Anfang an eindeutig. Das Ausrichten auf den gesundheitsbewußten Privatpatienten dürfte aber ein Erfolgsfaktor mit sein, dass keine roten Zahlen geschrieben werden. Ein Relaunch bzw. eine komplette Umgestaltung ist sicherlich für die weitere Entwicklung des Bades wichtig und richtig. Als großer Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor vor Ort hat es außerordentliche Bedeutung. Die Investition von 14 Mio. € garantiert Besucherstabilität, wenn nicht gar erkennbaren Zuwachs.

Üblicherweise nutzen Heilbäder ihre Hotel- und Gaststättenkapazitäten auch für Tagungstourismus. Mit dem Aktivist und der Auer Hotel- und Gastronomie -Szene sowie dem Kulturhaus mit seinen Räumlichkeiten bieten sich noch ungeahnte Möglichkeiten, den Tagungsgast zu gewinnen, ein Golfplatz ergänzt natürlich das attraktive Angebot.

2.8. Stadtökonomie

Neben der Kurgesellschaft mit ihrem prägenden Charakter für den Ortsteil Bad Schlema hat die neue Stadt zwei Wohnungsbaugesellschaften, ein Stadtwerk sowie eine Pflege- und Senioren gGmbH.

Die Gesellschaften, die günstig Wohnungen am Markt anbieten, bleiben kommunal, gleiches gilt für das Pflegezentrum Eichert.

Die Stadtwerke sind nunmehr mehrheitlich kommunal oder kommunalfreundlich, auch hier sind die Anteile in kommunaler Hand zu belassen, zumal die Stadtwerke Aue- Bad Schlema GmbH für den Haushalt in jedem Jahr reichlich Ausschüttung erwirtschaften.


3. Schule Bildung Erziehung
3.1. Digitalisierung Schulen - Lesen, Schreiben und Rechnen sowie Sozialkompetenz wären auch gut

Nachdem die Schulgebäude zwischenzeitlich nach und nach saniert wurden und sich alle in einem vorzeigbaren Zustand befinden, nachdem auch die schulischen Sportanlagen sowie Sporthallen angemessen hergestellt sind oder noch werden, muss sich die Stadt als sachlicher Schulträger der Digitalisierungsoffensive stellen. Vordergründig geht es bei der Hardware um den Breitbandanschluss, die WLAN- Ausleuchtung, interaktive Tafeln sowie Laptop- Klassensätze. Hinsichtlich der Software bedarf es noch Festlegungen des SMK. Die Finanzzuweisungen aus dem Digitalpakt ermöglichen eine digitale Grundausstattung unserer öffentlichen und privaten Schulen, es besteht zu Recht die Gelegenheit, allen Schülern ein zeitgemäßes Informatikumfeld zu bieten, damit diese im nationalen und internationalen Wettbewerb vorne dabei sind. Über die Inhalte entscheiden die Lehrerschaft(nach Vorgabe von oben) und die Eltern mit.

3.2. Kindertagesstätten – gute Kita geht auch durch den Magen

Das hohe Niveau der Versorgung mit Kita- Plätzen, sei es Krippe, Kindergarten oder Hort, wird erhalten bleiben. Der notwendige Ausbau incl. Neubau oder Sanierung hat gleichmäßig im gesamten Stadtgebiet zu erfolgen. In Wildbach wird gerade gebaut, die neue Kita in der Pestalozzi- Schule in Aue wird konkret geplant und Fördermittel stehen in Aussicht, die Vorhaben Kohlweg und Bergstraße in Bad Schlema sind als wichtig erkannt.

Auch beim Kita- Personal geht die neue Stadt mit der Gewährung von Fortbildung aktiv in die Vorhand, denn nur gutes und motiviertes Personal, das auch vom Arbeitgeber gepflegt wird, bleibt für die Betreuung unserer Kinder bei uns.

Die Öffnungszeiten der Kitas sollten nach Bedarf verlängert werden, allerdings zeigen sich auch heute schon unsere Kitas als flexibel und können in echten Fällen von Arbeitszeitproblemen bei Alleinerziehenden helfen.

Stolz sind wird darauf, dass in unseren kommunalen Kitas das Essen selbst gekocht wird, mit regionalen Produkten, so soll es weiterhin sein, denn das hohe Niveau unserer bretonischen Partnerstadt Guingamp ist uns beim Thema Essenskultur für Kinder ein Ansporn.

Im Sinne von Trägerpluralismus soll die jetzige Struktur erhalten bleiben. Mit der kommunalen Trägerschaft sind wir gut gefahren, denn auch bei den freien Trägern hat die Stadt letztendlich das finanzielle Risiko gemäß den Vorschriften des sächsischen Kita- Gesetzes.

3.3. Volkshochschule

Wir können von Glück reden, dass die Investitionen des Erzgebirgskreises in die VHS am Standort Aue(ehemalige Blechschule) fließen. Mit der zeitgenössischen Unterbringung der Erwachsenenbildung wird auch die Zentralität unserer neuen Stadt betont. Das reichhaltige Angebot für Erwachsene, darunter insbesondere Senioren, wird zu vernünftigen Preisen gerne in Anspruch genommen.


4. Verkehr
4.1. Verkehrsinfrastruktur -Lärmsanierung muss kommen - Flüsterasphalt zulassen

Die Innenstadt von Aue, der Zeller Berg und Oberschlema sind von Verkehrslärm stark geplagt. Damit ist die Aufenthaltsqualität erkennbar und für jedermann spürbar beeinträchtigt. Nicht ohne Grund stehen Häuser leer. Die Aufwertung der Innenstadt ist ohne eine deutliche Senkung des Niveaus des Lärmes nicht denkbar. Die Lärmaktionspläne der Kommunen sind umzusetzen. Die dort verlaufenden Bundes- und Staatsstraßen müssen lärmsaniert werden. Diese Lärm- Sanierung ist leider nur bei Neubauten Bestandteil der Kosten. Für den Zeller Berg, der jetzt Teilströme aufnimmt, die früher durch die City fuhren, bedarf es wie im Bundesverkehrswegplan fixiert eines Tunnels. In Oberschlema muss der Lärm ebenfalls gekapselt werden oder durch klassische Methoden, wie Wände reduziert werden, schon um das Prädikat eines Kurbades nicht zu strapazieren. Auch eine weiträumige Umlenkung des West – Ost – Verkehrs mit nördlichem Verlauf ist seit Jahren im Gespräch. Hier sind allerdings das Land und der Bundes gefordert. Hinsichtlich der technischen Zulassung sog. Flüsterasphaltes( Lärmoptimierter Asphalt LOA) auch bei geförderten Straßenbaumaßnahmen, ist der Staat zu zögerlich. Die Musterstrecken sind ohne Verzögern auszuwerten und dem neuen Asphalt ist eine Chance zu geben, damit der Bürger besser schlafen kann.

Die Kreisstraßen werden nach dem dazu verfassten Konzept entwickelt.

Unsere Ortsstraßen werden im Rahmen der eigenen finanziellen Möglichkeiten und der Fachförderung regelmäßig instandgesetzt oder grundhaft erneuert. Der Tiefbau ist dabei besonders kreativ und objektiv erfolgreich.

Wir haben nicht nur erkannt, dass die Straßen die Blutadern der Wirtschaft sind, sondern handeln auch danach. Unser Winterdienst gilt – hier ist die Meinung des Auswärtigen sehr geschätzt – als vorbildlich. Die Straßen sind im Winter schwarz und das bedeutet, der Wirtschaftsverkehr kann rollen. Selbst die Schlagloch- Flickung geschieht unverzüglich. Die Trupps sind im wahrsten Sinne des Wortes schon unterwegs, bevor eine Bürgeranzeige ins Haus oder e-mail-Fach flattert.

4.2. Nahverkehr - mit der Hybridstraßenbahn bis Aue, Zeit zum Surfen und Dattln

Gemeinsam mit unterschiedlichen Kräften im Stadtrat und gemeinsam mit den Silberbergkommunen sowie dem Erzgebirgskreis konnte erreicht werden, dass nicht in Thalheim der moderne Schienennahverkehr (SPNV)endet, sondern dass dieser nunmehr planmäßig bis zum Bahnhof Aue geführt wird(Ausbaustufe 2 des Chemnitzer Modelles). Damit bestehen zukünftig am Bahnhof Aue mannigfaltige Umsteigemöglichkeiten auch zum straßengebunden Nahverkehr. Ergänzt wird dieser Service durch Stadtbuslinien. Die Erweiterung des Samstag- und Einführung des Sonntagbetriebes der Linie B zum Eichert soll innerhalb des Jahres 2019 Erkenntnis bringen, in wie weit das Modell auf andere Linien erweitert werden kann.

Unsere kreiseigene RVE ist sehr bemüht, Nahverkehrsbedürfnisse durch entsprechende Angebote auf hohem Niveau zu bedienen. Die Expresslinie 383 feiert Erfolge und verbindet uns bequem mit dem Oberzentrum Chemnitz. Allerdings war etwas Nachdruck aus Aue erforderlich, um die Kreistagskollegen davon zu überzeugen, eine derartige Linie zu beauftragen.

Die RVE denkt auch schon über autonom betriebene Kleinstbusse nach. Da Personal knapp und teuer ist, wird auch in unserem Erzgebirge aus Science-Fiction eine durchaus vorstellbare, realitätsnahe Vision.

In der deutschen Praxis sind die Strecken noch kurz(unter einem Kilometer), aber dort wird sich zügig etwas entwickeln.

  • Bild Nachverkehr
  • 4.3. Neue Mobilität - neue wirtschaftlich - industrielle Revolution in Westsachsen und bei uns

    Die Mobilitätsbedürfnisse, insbesondere junger Menschen, haben sich geändert. Hat sich im urbanen Bereich car-sharing schon etabliert, so mussten unsere Stadtwerke als avantgard im eher ländlichen Raum einige Erfahrungen sammeln.

    Ebenfalls als Vorreiter mit ökologischem Verantwortungsbewusstsein haben die Auer – Bad Schlemaer Stadtwerke damit begonnen, Elektroladesäulen, auch E- Tankstellen genannt, zu errichten, zusammen mit einheimischen Autohäusern. Die E - Mobilitätsinfrastruktur wird also bereits ausgerollt, wie das so schön heute genannt wird. Am Auer Bahnhof gibt es bereits eine E- Tanke für den Park and Ride – Betrieb in Relation zu Bus und Schiene.

    Die klare Aussage von VW zur Umwandlung des Werkes Mosel zu der Elektroautoschmiede in Sachsen hat große Folgen für die Zulieferer und andere am Herstellungsprozess Beteiligten. Der Werkzeugbau reagierte bereits vor Jahren proaktiv, der Modellbau gehört ebenfalls hierzu. Weitere werden folgen und folgen müssen. Die Nachfrage an geeigneten Gewerbegebieten kann kaum befriedigt werden, zeigt damit aber die augenblickliche Dynamik in dieser Branche. Neue, auf die E- Mobilität ausgerichtete Ansiedlung entlang der Autobahnen A 4 und A 72 werden das jetzigen Bild nachhaltig verändern, das Ganze wird zusätzlich durch die gleichzeitige Vereinigung mit der Digitalisierung der Fahrzeuge beschleunigt vorangetrieben. Wir werden Zeugen einer industriellen Revolution im Fahrzeugbau werden, dabei habe unsere Wirtschaft und unser westsächsische Standort außerordentliche Chancen.

    Das besagte gemeinsames Gewerbegebiet von Aue – Bad Schlema , Hartenstein und Oelsnitz an der A 72 mit ca. 90 Hektar muss geplant und erschlossen werden. Ob dort Batterien oder Brennstoffzellen oder etwas ganz anderes produziert werden soll, wird die Zukunft zeigen. Eine weitere, konkret geplante Wasserstofftankstelle an der A4 kann der Brennstoffzellentechnologie zum Durchbruch in unserer Region helfen. Wie wäre es mit einer weiteren an der A 72 im angedeuteten Gewerbegebiet? Die Vielfältigkeit der Technologien ermöglicht auch am Standort Silberberg und speziell am Standort Aue-Bad Schlema eine breitgefächerte Entwicklung innovativer Zuliefer- und Dienstleistungen für die neue aufgestellte Mobilitätsindustrie.

    Leider führt die Erdgasmobilität ein Schattendasein. Obwohl klar CO2 ärmer als höhere Kohlenwasserstoffe(Oktan etc.) kommt sie nicht mehr so schnell zur Ausbreitung. Aue hält seit Jahren eine Erdgastankstelle vor, Stadt und Stadtwerke nutzen Erdgasfahrzeuge und freuen sich über die sehr niedrigen Treibstoffkosten. Außerdem handeln wir ökologisch korrekt. Wenn dann noch das „böse“ CO2 mit Wasser durch Nutzung überschüssiger Solar- oder Windkraft zu Methan, also Erdgas, synthetisiert wird( oder höhere Kohlenwasserstoffe), haben wir einen geschlossenen Kreislauf und es wird alles noch ökologischer. Vielleicht ist es bei einer ganzheitlichen Betrachtung sogar irgendwann auch wirtschaftlich, jedenfalls besser als jetzt die Windkraft für den Verbraucher kostenpflichtig abzuregeln(Stichworte Dekarbonisierung, power to X).

    Es ist auch deshalb zu früh, den Verbrennungsmotor auszusondern, somit haben die klassischen Automobilzulieferer weiterhin Platz im Wettbewerb, denn wir sprechen auch über CO2 neutrale synthetische Treibstoffe. Westsachsen bleibt Autoland! Unsere Stadt profitiert davon.

    4.4. Fahrradwege - mit dem (e)bike durch Auen und über Berge auf den Wegen Kaiser Karls IV

    Der Zweckverband Muldetalradweg, hier ist Aue –Bad Schlema der Hauptzahler, hat erfolgreich den touristischen Fahrradweg mit Mitteln des Bundes und anderer Förderungen realisiert. Die Erweiterung nach Norden Richtung Zwickau und Chemnitz steht ebenso an wie die Erweiterung Richtung Süden bis Karlsbad. Nomen est omen: Die Route heißt nicht umsonst Karlsroute.

    Sportliche Typen nutzen diese Wege bereits jetzt für Fahrten zur Arbeit. Zurück würden diese gerne Busse und Bahnen nutzen. Da gibt es im modal- split noch einiges zu verbessern.


    5. Sportstadt -Vielfalt statt Einfalt

    Aue – Bad Schlema ist eindeutig durch große Bundesligavereine geprägt. Daneben gibt es mannigfaltig Sportvereine, die im Breitensport und regionalen Leistungssport wirken. Alle zusammen leisten hervorragende Nachwuchsarbeit, das ist zugleich Jugendarbeit par excellence.

    Das Sport- und Freizeitzentrum in der Nähe des Erzgebirgsstadions ermöglicht Breitensport und dient gleichzeitig dem Nachwuchsleistungszentrum des FCE. Dieses Nachwuchsleistungszentrum ist eine Lizenzauflage für die Fußballbundesliga. Mit Stadionneubau und Internat (nutzt EHV mit)sowie Nachwuchsleistungszentrum wurden von den öffentlichen Händen Landkreis, Stadt und städtische Wohnungsbaugesellschaft alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme auf Dauer in den oberen Ligen geschaffen.

    Das Sport- und Freizeitzentrum ist zu dem eine neue Heimstatt für den SV Alberoda.

    Wir freuen uns, dass jetzt Schach nicht nur in der Zeller Schule in der Bundesliga gespielt wird, sondern auch der Akivist in Bad Schlema Austragungsstätte geworden ist.

    Beim Handball, unserem EHV, bleiben aber noch Wünsche hinsichtlich einer größeren Arena offen. Hier sind nur seriöse Wahlkampfversprechen gefragt. Eine größere Halle mit mehr Zuschauertribünen und einem Bereich, der Zahlungswillige zu größerem Engagement stimuliert, wäre sportwirtschaftlich sinnvoll und der alte Wunsch, diese möge doch in der Stadt selbst stehen, deren Namen der EHV trägt, wird jeder in Aue – Bad Schlema unterstützen können. Da aus finanziellen Gründen nicht alles gleichzeitig geschaffen werden kann, ist noch etwas Geduld gefragt. Geeignete Fördermittel müssen noch aufgespürt werden.

    In der Tat ist der Standort des ehemaligen Wismut- Nachtsanatoriums städtebaulich interessant, denn hier muss früher oder später eine Entwicklung beginnen.

    SV Auerhammer und Vereine in Bad Schlema sollen durch die Teilnahme an einem Bundesprogramm durch Investitionen gefördert werden.

    In der Vergangenheit wurde die Sporthalle auf dem Zeller Berg saniert, in Bad Schlema wird die Turnhalle der Friedrich Schiller Schule Gegenstand erneuert und auf dem Zeller Berg hat vor wenigen Wochen das Gymnasium durch den Erzgebirgskreis eine neue 2- Feldsporthalle erhalten.

    Wahrhaft eine Sportstadt, denkt man noch an die SG Nickelhütte samt ihrer diversen Abteilung einschließlich asiatischer Kampfsportarten, Tennis, Tischtennis, Ringen, Schwimmen, Skiabteilung, Bogenschießen, Leicht- und Schwerathleten ,Golf usw.


    6. Ökologie und Energie - ökologisch und grün, aber ohne Ideologie und mit viel Technikliebe

    Zum Thema E- Mobilität oder CO2-arme Methanfahrzeuge( power to gas) sowie Wasserstoff wurde schon oben einiges mit Enthusiasmus vorgebracht(4.3.).

    Aue –Bad Schlema haben das kleine Glück, für Windkraftanlagen ungeeignet zu sein. Aber zur Installation von Photovoltaik oder Photothermie gibt es gefühlt noch unendlich viel Platz auf unseren Dächern, zumal die Kostenparität bei photovoltaisch erzeugter Elektrizität bereits besteht.

    Unsere Stadtwerke unterstützen auch als Dienstleister die Hauseigentümer bei der Realisierung dezentraler, teilautonomer Versorgung. Im Stadtteil Eichert wird von den Stadtwerken zusammen mit unserer Wohnungsbaugesellschaft und der Wohnungsbaugenossenschaft ein integriertes energetisches Quartierskonzept erstellt, das auch Fragen zur Mobilität und der Breitbandversorgung mit beantwortet.

    Blockheizkraftwerke und Wasserkraft sind neben Deponiegas bei uns das Rückgrat der Energieerzeugung, der Netzausbau wird bereits jetzt auf eine zukünftige E- Mobilität ausgerichtet. Das Unternehmen hat den Auftrag, in der Tat in Sachen Energie und Ökologie vorwegzugehen und sich den Aufgaben der Zukunft zu widmen.

    In Bad Schlema wird vorbildlich am Projekt Grubengeothermie gearbeitet und Wildbach dürfte mit der futuristischen Tiefengeothermie im Gespräch bleiben, sitzen wir jedoch genau hier auf einem sog. Hotspot, natürliche Radioaktivität und Granit machen es möglich.

    Mit den smart meters (schlaue Meßeinheiten), die pflichtgemäß in den nächsten Jahren auch in den Haushalten verbaut werden, könnte man so viel machen, aber hier verschläft Deutschland wieder einmal seine Chancen, wirtschaftlich und technisch optimal im eigenen Land erzeugte Energie zu verteilen und zu managen.

    Die Stadtwerke werden angehalten, hier dennoch beim technischen Fortschritt ganz vorne dranzubleiben. Warum nicht in der Tat zeitgenau billigen Tagstrom der Windparks von Nord- und Ostsee, der Photovoltaikparks für Spül- und Waschmaschinen nutzen oder das E- Auto während der Büroarbeit laden lassen. Wenn es schon smart meters gibt, dann sollte man sie auch nutzen.


    7. Gesundheit, Soziales und Kultur
    7.1. Medizinische Versorgung - Landarztquote hilft, zumindest etwas – Medizinstudienplätze müssen her – kommunale Willkommensstrategie

    Die Fragen der medizinischen Versorgung sind in den letzten Jahren immer stärker auch zu einer kommunalen Angelegenheit und Aufgabe geworden. Unsere Stadt war da nicht untätig, aber in der Zukunft werden wir wohl noch mehr fordern müssen und soweit dies im Ergebnis hilfreich ist auch fördern müssen.

    In den entsprechenden Fachgutachten wird zwar betont, dass es in Deutschland eigentlich hinreichend Ärzte gäbe, diese wären nur räumlich falsch verteilt. Die Standesorganisationen der Ärzteschaft sind zum Teil hinsichtlich aller Vorschläge, die dem Missstand beheben wollen, sehr skeptisch. Von dort ist deshalb nicht in jedem Falle Hilfe zu erwarten. Hier wird wohl der Gesetzgeber handeln müssen, mit der Landärztequote, vielleicht gepaart mit der Landeskinderregelung, denn letztere bleiben möglicherweise sogar freiwillig nach der Ausbildung im Lande.

    Für die ausreichende Versorgung mit Ärzten sind eigentlich nach dem Gesetz die Kassenärztlichen Vereinigungen zuständig. In gewissem Sinne auch die Krankenkassen, die schließlich Beiträge von den Mitgliedern erheben. Während andere Bundesländer vorangehen, ist das Projekt in Sachsen zunächst an der SPD gescheitert. Bei der Landarztquote werden vorab ca. 8% der Studienplätze in Humanmedizin in einem Land für Landärzte reserviert. Die Abiturnote ist nur noch ein Auswahlkriterium und der Medizinstudent muss sich als Gegenleistung für eine gewisse Zeit zum Landarzteinsatz verpflichten, es besteht die Hoffnung, dass er oder sie dann die Vorzüge des ländlichen Raumes erkannt haben und sogar auf Dauer bleiben. Leider wirkt eine derartige Vorsorgepolitik erst nach ca. zehn Jahren, denn so lange dauert die Ausbildung in Studium und ärztlicher Praxis. Jeder Tag, der ohne Landarztgesetz vergeht, ist sträflich. Natürlich wissen Fachkreise, dass eine derartige Regelung alleine nicht greift, vielmehr muss auch die Anzahl der Studienplätze erhöht werden incl. der Ausbildungsstationen in den Kliniken und in den Praxen, denn für jeden Arzt, der in Ruhestand geht, müssen aufgrund der geänderten Umstände( andere arbeitsethische Grundhaltung, Wunsch nach geregelten Arbeitszeiten, Wochenendfreizeit etc.) 1,5 bis 2 nachgeführt werden.

    Unser Helios- Klinik ist hier bereits sehr aktiv, sich auf diese neuen Bedürfnisse einzustellen.

    Wir können stolz darauf sein, dass wir ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung haben, das als akademisches Lehrkrankenhaus bis auf wenige Ausnahmen beinahe an einen universitären Maximalversorger herankommt.

    Abhilfe könnten in gewissem Maße auch sogenannte medical schools schaffen. Hier werden von ausländischen Medizinischen Fakultäten mit Niederlassungen in Deutschland in deutscher Sprache in Form privater Hochschulen Mediziner ausgebildet. Aus der Not geboren werden diese vom System Kassenärztliche Vereinigung/Freistaat Sachsen sogar z.T. finanziert.

    Mit dem Wissen von heute wäre die ehemalige Schwesternschule samt Wohnheim gegenüber des Klinikum ein interessanter Standort für eine derartige Medizinerschule gewesen.

    Es ist sicherlich eine neue Aufgabe für die Stadt und den Erzgebirgskreis, hier planerisch und gestaltend aktiv zu werden, jedenfalls subsidiär.

    Als weiterer kommunaler Part bleibt, eine Willkommenskultur für diese Ärzteschaft herauszubilden, so namentlich bei der Beschaffung von Bauland (bereits in der Vergangenheit und Gegenwart zum Teil mit Erfolg bei uns praktiziert)oder der Kita- Betreuung, nicht nur deshalb, weil inzwischen die jungen Ärzte und Studierenden mehrheitlich Frauen sind.

    Ein kommunales Stipendienprogramm, wie bereits in anderen Orten praktiziert, könnte auch einen Beitrag liefern. Primär müssen aber diejenigen tätig werden, die kraft Gesetzes oder kraft Finanzausstattung zuständig sind. Das Gesundheitswesen ist ein milliardenschweres Geschäft, da ist noch sehr viel Luft nach oben drin und bei den Verteilungskämpfen darf es zu keiner ungerechtfertigten Kommunalisierung kommen. Vergleiche auch www.landarztquote-sachsen.de.

    7.2. Soziale Stadt - Kinder – Jugend – Familien – Senioren – Barrierefreiheit

    Das Leben in einer Stadt ist ein Längsschnitt.

    Unser Helios- Klinikum verzeichnet ca. 700 Geburten per annum, ein guter Anteil der neuen Erdenbürger betrifft unsere Stadt selbst.

    Wir kennen seit Jahren das Babybegrüßungsgeld, das zur Stimulierung der Bereitschaft, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, konzipiert ist.

    Ausreichend Plätze stehen in Krippe, Kindergarten und Hort zur Verfügung, die baulichen Investitionen werden getätigt oder sind erkannt.

    Auch Kinderspielplätze gibt es in ansehnlicher Anzahl, die eine oder andere Ergänzung wäre aber noch wünschenswert, vielleicht ein Wasserspielplatz, so richtig zum Manschen.

    Die Schulen sind saniert und der Digitalpakt für diese wird demnächst Früchte tragen. Ganztagsangebote in den Oberschulen und dem Gymnasium bereichern das Angebot.

    Das sächsische Schulniveau gilt trotz interner Kritik als hervorragend in Deutschland.

    Als weiterführende Möglichkeiten eines durchlässigen Schulsystems sei nur auf das Berufliche Schulzentrum Erdmann- Kircheis hingewiesen. Fachoberschulen und Berufliches Gymnasium stehen dem Bildungswilligen offen.

    Vereine, insbesondere Sportvereine, Jugendfeuerwehr und Jugendgruppen der Helferorganisationen, kirchliche Jugendarbeit bieten mannigfaltige Gelegenheiten zur Jugendarbeit, daneben unterstützt die Stadt seit Jahrzehnten die offene Jugendarbeit incl. Straßenarbeit (streetworker) zusammen mit dem Jugendamt des Landkreises.

    Es gibt auch noch eine Jugendmusikschule in unserer Stadt usw.

    Ein Jugendfreizeitzentrum,, auch für die „Normalos“, wäre als freiwillige Aufgabe der Kommune wünschenswert, leider sind die bürokratischen Hemmnisse außerordentlich hoch, denn die Eltern haben einen Anspruch darauf, dass ihre Kinder bis zur Volljährigkeit in guter Obhut sind.

    Gelegentlich könnte der Wunsch zur Selbstverwaltung und Eigeninitiative von der jugendlichen Generation deutlicher ausgesprochen werden, man würde gerne zuhören und daraus könnten sich Chancen ergeben.

    Ein Jugendparlament wird immer wieder als Idee diskutiert. Dem politischen Engagement würde das sicherlich nicht schaden, aber die Jugend hat es durchaus selbst in der Hand, direkt und unmittelbar auf die Politik einzuwirken. Die meisten Kommunalpolitiker sind da völlig aufgeschlossen und freuen sich über jeden jungen Menschen, der sich auch nur ein klein bisschen interessiert. Man muss dazu nicht notwendigerweise 16 Jahre alt sein und aus Schweden stammen. Man kann sogar vieles dabei im Unterricht diskutieren (nicht nur freitags am Vormittag), nachmittags bleibt auch noch etwas Zeit zwischen Ballettunterricht, Handballtraining, Computerclub und Klavierstunde.

    Familienfreundlichkeit zeigt sich durch das Bereithalten von Wohnraum zu sozialverträglichen Kosten. Wir bieten mit unseren städtischen Wohnungsbaugesellschaften und den Genossenschaften außerhalb der Ballungszentren beste Voraussetzungen. Wir haben einen Mietermarkt.

    Auch Eigenheimstandorte sind jetzt wieder nachgefragt. Baugebiete entstehen nicht nur in Bad Schlema, sondern auch am Zeller Berg, Neudörfel, eine sanfte Entwicklung gibt es in Alberoda und Wildbach.

    Sind die Kinder größer, so warten händeringend Arbeitergeber auf Bewerbung für einen angebotenen Ausbildungsplatz.

    Andere Sprösslinge wollen lieber studieren. Das Hochschulsystem ist in Sachsen auf Grund von Weitsichtigkeit früherer Regierungen engmaschig. Gleich in Schneeberg ist der nächste Ort des Tertiären Sektors, eine duale Hochschule befindet sich im Landkreis in Breitenbrunn. Die TU Chemnitz, die Hochschule Mittweida, die Westsächsische Hochschule Zwickau und die traditionsreiche Bergakademie Freiberg sind gut bis befriedigend erreichbar. Die Universitäten in Dresden, Leipzig und der Klassiker Jena liegen nicht allzu weit weg. Der Studierwillige aus Aue – Bad Schlema hat die Qual der Wahl.

    Wer erfolgreich sein Studium beendet hat, findet nunmehr oftmals Arbeit in den prosperierenden Unternehmen unseres Landkreises und unserer südwestsächsischen Erfolgsregion.

    Für unsere Senioren werden zunehmend barrierefreie Wohnungen geschaffen, die mit moderner Technik einen eigenen Hausstand bis ist höchste Alter ermöglichen. Die ambulanten Pflegedienste sind umtriebig und auch für die schwereren Pflegefälle stehen Seniorenzentren mit Voll- und Tagespflege zur Verfügung. Es werden zur Zeit weitere in unserer Stadt gebaut und geplant.

    7.3. Kultur und ähnliches - Lesen schadet der Dummheit

    Unsere Bibliotheken leisten einen hervorragenden Beitrag zur Bildung und Unterhaltung. Natürlich müssen für die Stadtbibliothek die räumlichen Bedingungen schnell verbessert werden. Das Logengebäude eignet sich aufgrund Statik und der für eine Bücherei unzweckmäßigen Arbeits- und Überwachungs- oder Beratungsabläufe nicht auf den ersten Blick. Die Unterbringung im Wellner würde dort zwar manches Problem lösen, die Bibliothek sollte allerdings die Zentralität der Innenstadt erhöhen, insoweit ist der Standort alte Reichspost vorzugswürdig. Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsplanung gibt es bereits Kontakte mit dem derzeitigen Eigentümer. Hier sind die Flächen auch in der städtebaulichen Förderung ausgewiesen.

    Durch das Kreiskulturhaus, hierfür muss die Stadt neben der Kreisumlage noch einen Sitzgemeindeanteil leisten, werden große Teil der örtlichen kulturellen Bedürfnisse abgedeckt. Erinnert sei nur an die Queen – Revival – Veranstaltung vor wenigen Tagen.

    Das KKH ist auch Spielstätte der Auer Philharmonie, einem besonderen Edelstein, die ebenfalls mit einem Sitzgemeindeanteil zusätzlich zu finanzieren ist.

    Vereine der Heimatpflege incl. der Bergbautraditionspflege, unser Volkschor Gerhard Hirsch, der Silberbachchor, das Bergmannsblasorchester, die Fördervereine der Kultur und für Gesundheit, Künstlervereine, die Galerie der anderen Art als selbstverwaltetes Projekt, das Erzgebirgsensemble Aue, das Holzbildhauersymposion und viele mehr tragen ebenfalls zur örtlichen Kultur bei.

    Nicht zu vergessen die unterschiedlichsten Feste, so der Philharmonikerball, das Stadtfest, das Europäische Blasmusikfestival, die Große Bergparade, die Feste im Bereich des Kurbades wie Weinfest sowie die Dorffeste in Alberoda und Wildbach.

    Mit der Vereinigung der Stadt mit dem Kurbad entstehen neue Herausforderungen in Sachen Kulturmanagement, denn die Bedürfnisse des Kurgastes, die Vermarktung der Gesamtstadt nach außen, bedeuten, dass ein Kulturbetrieb mit Event- Management aus einem Guss geschaffen werden sollte.

    Auch die Museen unserer gemeinsamen Stadt werden sich konzeptionell neu ausrichten.

    Endlich wird für die Wismut- Sammlungen ein aufnahmebereiter Standort zu präsentieren sein.


    8. Städtebau - Lust auf Urbanität- Merkmale Gründerzeit und Jugendstil
    8.1. Einzelprojekte

    Auf einiges wurde bereits oben eingegangen. Die Loge könnte zu einem Verwaltungsgebäude ausgebaut werden, da das gemeinsame Standesamt mittelfristig neue Räume benötigt. Die angedeuteten Säulen sprächen für einen „Hochzeitspalast“.

    Für die Bibliothek käme das statisch absolut geeignete Gebäude der Post in Betracht, am Zentralen Omnibusbahnhof gelegen, wäre diese für jedermann bestens erreichbar.

    Das Hammerherrenhaus stellt sich äußerlich dank der Spenden der Industrie, des Gewerbes und des Engagements der Fördervereinsmitglieder top dar, im Inneren ist aber noch viel Kostenträchtiges zu veranlassen.

    An einer Haltestelle gelegen, könnte man auch an ein Heim für städtische Vereine denken. Die Verlegung des Puschkin- Hauses war zwar ein Anliegen der 2000er Jahre, heute drückten dort mehr die unmäßigen und bezahlbaren Auflagen des Brandschutzes.

    Übrigens: Nicht jede Fabrikantenvilla unserer Villenstadt eignet sich für soziale, öffentliche Einrichtungen, denken wir nur an den zweiten Rettungsweg, der immer mit viel Geld geschaffen werden muss.

    Das Hauptgebäude von ABS - Wellner – konnte gesichert werden. Etwa 2/3 wurden oder werden an private Investoren bzw. Architekturliebhaber zum weiteren Ausbau veräußert. Damit werden die Folgelasten für die Stadt nachhaltig gesenkt. Das restliche Drittel dient dem Unterbringen des neuen städtischen Museums mit viel Ausstellungsfläche, eine Konzeption liegt bereits vor.

    8.2. Städtebauliche Entwicklung / Dorfentwicklung

    Denk man an Aue, denkt man an Urbanität im Erzgebirge, eine wunderbare Melange, einer Konjunktion von erzgebirgischer Heimatkultur, geprägt durch mehrere Berggeschreye, mit dem mittelständisch - industriestädtischem Flair einer Stadt mit der Architektur einer Mittelstadt.

    Für Bad Schlema bleibt die Erinnerung an ein nahezu mondänes Radionbad der Zwischenkriegszeit, ebenfalls mit ganzvoller industrieller Vergangenheit.

    Für beide bietet diese Historie genug Ansporn, um auch in der Zukunft mit den jeweiligen Stärken zu spielen und zu reüssieren. Die Schlussfolgerung, dass die Zukunft in der Vergangenheit liegt, wäre etwas zu gewagt, aber hier liegt einmal der Fall vor, bei dem man aus der Vergangenheit viel lernen kann. Oder einfacher: Der Masterplan zur städtebaulichen Entwicklung steht zum Teil auch in den Geschichtsbüchern.

    In der Innenstadt bzw. bezüglich des Ortskerns von Bad Schlema wirkten oder wirken städtebauliche Programme, die zum Teil auslaufen oder aber neu aufgelegt werden. Hier ist Kreativität und Beweglichkeit gefragt, um zum rechten Zeitpunkt die richtigen Fördermittel für das richtige Projekt zu erlangen. Leider konnte Aue erst recht spät noch in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz(SDP) mit guten Fördersätzen aufgenommen werden. Das lag zwar im Hinblick auf unsere Gründerzeit- und Jugendstilepoche schon Anfang der 90iger Jahre mehr als nahe, bisher konnte nicht schlüssig ergründet werden, weshalb ursprünglich die Chance nicht genutzt wurde.

    Auch liegen Wildbach, Bad Schlema, Alberoda und Teile des Eicherts in Aue im sog. LEADER –ILE Fördergebiet. Mit dieser Förderung aus dem Bereich der EU- Landwirtschaftsbudgets konnten und können bis zum Ablauf in den nächsten zwei Jahren übersichtige Maßnahmen der Dorferneuerung umgesetzt werden.

    8.3. Stadtteilpolitik

    Die Stadteilpolitik wird sich am Primat der Gleichartigkeit und Gleichwertigkeit orientieren. Wie bereits oben beschrieben sollten in Zukunft die Stadtteile durch Stadtbuslinien noch komfortabler, so auch am Wochenende, an die Zentren in Aue und Bad Schlema angeschlossen werden. Erste Versuche starten jetzt unmittelbar für das Wohngebiet Eichert.

    8.4. Wohnungsbau

    Nach vielen Jahren der Flaute, gibt es seit einiger Zeit starke Nachfrage nach Einfamilienhausgrundstücken, hier kann insbesondere Bad Schlema mit seinen Konversionsflächen der Wismut den Bedarf mitabdecken. Auch in Neudörfel wird bald ein neues Wohngebiet erschlossen. In den anderen Bereichen konnte durch kluges Flächenmanagement Bauland gewonnen werden. Trotz fake –news in den sozialen Medien besteht dabei mit den Gartensparten und dessen Kreisverband immer das herzlichste Einvernehmen. Benötigt werden die Baufelder entlang von echten Erschließungsstraßen, hier müssen nicht notwendigerweise Kohlrabi, Bohnen oder Radieschen direkt neben dem Autoverkehr wachsen. Ein schöner Kleingarten liegt viel ruhiger hinter dem Hausgarten eines EFH. Ein Grund für gute Nachbarschaft, das bestätigen die Kleingärtner im persönlichen Gespräch. In Aue sind zahlreiche Ein- und zwei- Familienhäuser neue entstanden, es gibt noch zahlreiche Baugrundstücke, auch zu familienfreundlichen Preisen.

    Bad Schlema ist wieder geprägt durch das Kurbad. Insoweit sind die städtebaulichen Schwerpunkte auf das Sondergebiet Kur fokusiert.

    Auch beim Geschoßwohnungsbau gibt es Erfolge zu vermelden, wobei Wohnungen, die das Prädikat seniorengerecht haben, Investors Lieblinge sind.

    8.5. Innerstädtische Ladenlokale quo vadis?

    Große Sorge bereitet der Leerstand im Bereich der Ladengeschäfte. Natürlich hilft hier die Wirtschaftsförderung mit der Beteiligung an Sonderaktionen, Märkten, Weihnachtsmärkten, verkaufsoffenen Sonntagen, shopping – nights for shopping – queens. Fast alles, was die Händlerschaft vorschlägt, kann im Rahmen der vorhandenen Mittel Unterstützung erfahren. Beim Wandel im stationären Einzelhandel ist jedoch der Politik auf örtlicher Ebene der entscheidende Einfluss entzogen. Die Konsequenzen des online –Handels sind erst teilweise ins Bewusstsein der Bürger als Kunden getreten. Die städtebaulichen Lücken, die der online- Handel schlägt, werden aber nur schwer zu beherrschen sein. Ein Patentrezept wird noch gesucht. Als einzelne Maßnahmen, die zumindest die optische Wahrnehmung verbessern können, kommen die Umwandlung der leerstehenden Ladengeschäfte in Praxen von Anwälten, Ärzten, Therapeuten, Versicherungsagenten oder anderer Freiberuflicher wie Architekten in Betracht. Auch Kirchen sind engagiert. Zeitweise können Künstler, soziale Organisationen oder Selbsthilfegruppen des Quartiersmanagements die Schaufenster zur Selbstdarstellung nutzen. Im Trend liegend und nützlich ist die Konversion zu barrierefreien und barrierearmen Erdgeschosswohnungen. Hier ist oftmals tatsächliche eine zentrale Lage ausdrücklich gewünscht. Die Novellen zum Baugesetzbuch(BauGB) ermöglichen jetzt auch planmäßig wieder die Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt.


    9.Sicherheit und Ordnung
    9.1. Videoüberwachung auffälliger Plätze, Anlagen und Wege -Big Brother is watching you?

    Neue Gesetze erleichtern auch in kleineren Städten nunmehr die Überwachung mittels Videokamera. Da die Hardware günstiger ist als vor Jahren, müssen wir jetzt über die Installation sprechen. Das Geschehen an markanten Plätzen auch im öffentlichen Raum wird aufgezeichnet und im Falle von Vorkommnissen ausgewertet, falls nichts wesentliches gemeldet wurde, wird es in gesetzlicher Frist aus Gründen des Datenschutzes gelöscht.

    Der gemeindliche Vollzugsdienst (GVD)wurde bereits aufgestockt und kontrolliert zusammen mit privaten Wachdiensten, der Sächsischen Sicherheitswacht und der Vollzugspolizei am Tage und bis in die Nacht hinein die relevanten Plätze im Stadtgebiet. Allerdings ersetzt dies nicht die personelle Aufstockung des Reviers und die Bemühung den Bürgerpolizisten wieder auf die Straße zu bekommen. Die Abschaffung des jahrhundertalten Weisungsrechtes des Bürgermeisters als Ortspolizeibehörde gegenüber der Vollzugspolizei im Rahmen der derzeitigen Novelle zum sächsischen Polizeirecht ist natürlich kontraproduktiv und verbessert in keiner Weise die Sicherheitslage.

    9.2. Kriminalpräventive Räte - alter Wein in neuen Schläuchen

    Die Wiederentdeckung der Kriminalpräventiven Räte nach 20 Jahren in Gestalt der nunmehr Kommunal Präventiven Räte kann gut sein. Um Fördermittel auch für technische Prävention zu erlangen, muss sogar ein derartiges Gremium wieder belebt werden und ein Präventionskonzept erarbeiten.

    Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Vollzugspolizei, Geschäfsinhabern, Ladenbesitzern, Nahverkehrsgesellschaften und Großvermietern unter Einbeziehung von Sozialarbeitern des Jugendamtes und der freien Träger kann Früchte tragen. Wir müssen die Chance nutzen.

    9.3. Feuerwehr

    Die nunmehr vier Ortsfeuerwehren genießen weiterhin größte Unterstützung. Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr dienen ehrenamtlich, entbehrungsreich allen Bürgern und schützen diese bei Tag und Nacht.

    Die Tageseinsatzbereitschaft muss im 21. Jahrhundert wegen der geänderten Arbeitsbedingungen in der freien Wirtschaft neu organisiert werden. Bereits seit Jahren werden deshalb nur Personen im Betriebshof der Stadt und nunmehr überhaupt in der Stadt eingestellt, die freiwillig bei der Feuerwehr oder einer anderen Helferorganisation sich verpflichten. Natürlich gibt es Ausnahmen, z.B. für Kitapersonal, das ja Kinder beaufsichtigen muss und deshalb nicht ausrücken kann.

    Für Alberoda steht die Ablösung des aus den 40iger Jahren stammenden Garage an, ein neues Feuerwehrgerätehaus kann noch 2019 geplant und 2020 gebaut werden.

    9.4. Technisches Hilfswerk (THW)

    Die Sicherung des THW –Standortes in Alberoda war mit Anstrengungen auch im Wettbewerb mit anderen Kommunen verbunden. Nunmehr steht der Abschluss eines Grundstückskaufvertrages unmittelbar bevor.


    10.Andere wichtige oder interessante Themen - z. B. Tag der Sachsen

    Unsere Region beteiligt sich am Projekt Montanregion Erzgebirge zur Erlangung des UNESCO – Weltkulturerbetitels. Hier besteht auch für Aue – Bad Schlema eine weitere deutliche Chance, das bergbauliche Erbe für eine weltweite Außenvermarktung zu nutzen. Die touristische Ausrichtung überzeugt selbstredend.

    Im Jahre 2023 feiern wir gemeinsam in Auge das 850ste Stadtjubiläum, eine Möglichkeit Gemeinsamkeit zu praktizieren

    2025 will Chemnitz europäische Kulturhauptstadt werden, Partner im Einzugsgebiet des Chemnitzer Modelles(siehe oben) ist auch Aue Bad Schlema mit eigenen kulturellen Beiträgen während des Jahres. Drücken wir Chemnitz die Daumen.

    Ein großes Ereignis findet 2020 sowohl in Aue als auch in Bad Schlema statt. Der Tag der Sachsen vom 4. -6. September 2020, nur wenige Tage vor dem europäischen Blasmusikfestival, ermöglicht der neuen Stadt sachsenweit und zum Teil auch deutschlandweit auf sich aufmerksam zu machen. Für den Kurteil ohnehin mit immenser Marketingfunktion, kann auch auf den neuen Standort als Wirtschaftszentrum Westerzgebirge aufmerksam gemacht werden. Für die Bürger bei ehemaligen selbständigen Kommunen ist das Mitarbeiten und Sicheinbringen eine einmalige Gelegenheit ein Gemeinschaftsgefühl schnell zu bekommen. Das gilt auch für die Vereine und Organisationen, nicht zuletzt auch für das Zusammenschmelzen der Verwaltungen, oder wie oft gehört: der Weg ist auch ein Ziel.

    Wenn dann 14 Tage später das Zelt des europäischen Blasmusikfestivals stundenweise zum weltläufigen Sambadrom wird, dann steigt am Horizont auch die Vision eines erneuerten Großfestivals für 2021 auf, bei dem eine Halde zum Zeltplatz für ein 8000 Großzelt mit Logen wird, bei dem es auch wieder einige Parkplätze gibt und das kulturell und wirtschaftlich zum westerzgebirgischen Großevent gesteigert wird und unserer gemeinsamen Stadt zusätzlichen Glanz verleihen wird.


    Glück auf!


    Heinrich Kohl, Ihr Oberbürgermeister (Kandidat)






       
    Aue-Bad Schlema
    Gemeinsame Zukunft
    © Heinrich Kohl 2013